Sunday, December 9, 2018

GELD (Impulsvortrag im Alf's Weltsalon am 08.12.2018)

GELD


Hallo Liebe (Mit-)Aktivisten bei Community Mobil, ich habe mir paar Notizen über meine Gedanken für diesen kurzen Impulsvortrag gemacht (unter 10 Min). Bitte während des Vortrags ggfs. nur kurze Verständnisfragen stellen. Meinungen / Glaubenssätze / Beispiele / eigene Erfahrungen / usw. bitte erst im Anschluss in der Diskussion, denn manchmal kommt im Vortrag paar Sätze später das, was man gerade selber erwähnen / mitteilen möchte :-).
Banknote mit bisher weltweit höchsten Nennwert: 100 Trillionen Zimbabwe Dollars, 2008, Quelle: hier
Deutschland, Weimarer Republik, 100 Millionen Mark, 1922
Jugoslawien, 100 Milliarden Dinar, 1994, (nikola tesla, the free energy searcher)

Paar Sätze über das Geld. Wer hat sie noch nie gehört?

ð Geld regiert die Welt.
ð Geld macht nicht glücklich. (Aber kein Geld macht oft unglücklich.)
ð Geld verdirbt den Charakter.
Wirklich? Ich meine eher, dass Geld erhöht einfach die Handlungsmöglichkeiten. Ein schlechter Mensch mit viel Geld kann viel Schlechtes machen, ein guter Mensch mit viel Geld wiederum viel mehr Gutes als mit wenig Geld 😊

ð Geld macht sexy. Reich und schön gesellt sich gern.
ð ABER: Die besten Sachen im Leben sind nicht käuflich. … Ich würde noch weiter gehen: Die besten Sachen im Leben sind gar keine Sachen.
Und tatsächlich:
Man kann sich ein Haus kaufen, aber kein Zuhause. Einen Arzt / Medikamente aber keine Gesundheit. Sex aber keine Liebe. Sachen aber kein Glück / Freude.

ð Unsere (oft unterbewusste) Einstellung zum Geld beeinflusst oft auch das, ob wir viel oder wenig Geld verdienen bzw. haben / behalten. Meine Frau Anna könnte aus ihrer Hypnose-/Coachingarbeit mit Klienten ein Lied davon singen.

ð Also beim Thema Geld gehen die Glaubenssätze (fast) so weit auseinander, wie bei Religion.
Seit ich unlängst auf Facebook das Zitat vom Dalai Lama gelesen habe, dass die einzig wahre Religion darin besteht, ein gutes HERZ zu haben, meine ich fast, religionsbasierte Probleme wären um einiges leichter zu beheben als die geldbasierten… => Das einzig wahre beim Geld? Viel Geld zu haben?

ð Das Beste jedoch ist: ES GEHT AUCH GANZ OHNE GELD, wie uns Naturvölker im Amazonas oder den indischen Andamanen-Inseln beweisen. Es ist sogar so, dass wir Menschen die einzige Spezies auf diesem Planeten sind, die dafür zahlt um hier leben zu dürfen J.
Schließlich brauchen wir zum Überleben ja nicht das Geld an sich, sondern Essen, Kleidung, Dach über dem Kopf, Sicherheit, Freiheit, usw. … also das, was wir uns mit dem Geld gönnen können.

Ich glaube sogar (was ich so noch nirgends gefunden/gelesen habe), dass wenn wir die Natur / Umwelt retten / erhalten wollen, brauchen wir unbedingt ein anderes Geldsystem als heute oder noch besser ein anderes Bewusstsein.
Bsp.: Ein (gefällter) Baum bringt 100 € => 100 Mio. Bäume bringen 100 Mio. € => es werden sich Firmen / Menschen finden, die diese 100 Mio. Bäume fällen, um das Geld zu verdienen, auch wenn es den Planeten zerstören sollte.

Ideen zu alternativen Geldsystemen gibt es sicherlich viele. Schon eine Rückkehr zum Gold-/Silberstandard (der ja bekanntlich den techn. Fortschritt nicht verhindert hat - nur für den Fall, dass dies jemand befürchtet hätte) würde den Druck auf die Natur reduzieren. Allein schon dadurch, dass die nicht beliebig und nicht zu schnell erweiterbare Geldmengenzuwächse (Beim Gold z.B. erhöht die jährliche Minenproduktion die Gesamtgoldmenge nur um ca. 1-2%) die Kreditvergabe und somit (i.d.R. naturbelastende) Geschäftstätigkeit nicht ungebremst funktionieren würde.
Noch besser wären natürlich Systeme wie Tauschringe mit Zeitkonten (statt Geldkonten), wo die jetzt geleistete Arbeitsstunden (Leistungen) später von anderen Gesellschaftsmitgliedern für eigene Bedürfnisse abgerufen werden könnten (Bsp.: Ich programmiere für jemanden 1h eine Webseite und ein anderes Tauschringmitglied repariert 1h meine kaputte Spülmaschine). Oder andere bedarfs- bzw. ressourcen-orientierte Systeme (mein Favorit? JACQUE FRESCO), die die Bedürfnisse der jeweiligen Gesellschaft decken würden, jedoch keine Vermögenkumulation (Wohlstand auf Vorrat) ermöglichen würden, s.d. es für niemanden Sinn ergeben würde, die 100 Mio. Bäume aus dem obigen Beispiel zu fällen, nur um mehr Vermögen anzuhäufen. => ANY IDEAS?


Historie des Geldes
GELD hat drei Hauptfunktionen:

1) Tauschmittel
2) Recheneinheit (Maßeinhet)
3) Wertaufbewahrungsmittel



Wenn also jemand erzählt, dass man den Euro retten muss, dann muss man sich als erstes fragen, ob Euro überhaupt Geld ist. Weil etwas, was alle 3 Geldfunktionen erfüllt, müsste sicherlich nicht gerettet werden ….
Die ersten 2 Geldfunktionen erfüllt der Euro (noch) perfekt, als Wertaufbewahrungsmittel taugt er wegen Inflation nicht mehr so gut. (Inflation = ‚Aufblähen/Aufblasen‘ der Geldmenge => daraus folgen Konsumentenpreiserhöhungen. Aktuell gibt es wegen den Milliarden Dollars, Euros, Yens, Pfunds, die FED, ECB, BoJ, BoE in die Märkte pumpen, eine sogenannte Assetpreisinflation mit steigenden Preisen für Grundstücke, Immobilien, Aktien, Kunst, Oldtimer, …). Preise für Konsumentengüter steigen wegen Überproduktion und Überkapazitäten in der Industrie und wegen nach wie vor relativ niedrigen Energie-/Rohstoffpreisen noch nicht.
Deshalb wenn möglich, die Ersparnisse in Sachanlagen und nicht in Geldanlagen (Sparbuch, Festgeld & Co.) stecken / investieren.
Warum man den Euro retten will, ist deshalb, weil die Währung Euro ein gesetzliches Zahlungsmittel und somit Zwangsgeld und ein Machtinstrument ist und kein vom Markt frei gewähltes Geld.

Bevor es Geld gab, musste jeder bzw. Jede Sippe / Dorfgemeinschaft / Gesellschaft alles zum Leben benötigtes selbst erwirtschaften / besorgen. Im Laufe der Zeit ermöglichte Tauschhandel in kleinen (i.d.R. regionalen) Umfängen Arbeitsteilung und somit Produktivitätssteigerung. Jedoch erst die Erfindung von Geld ermöglichte Tauschhandel im großen Umfang, Arbeitsteilung, Spezialisierung, Quantensprünge beim technologischen Fortschritt, Entwicklung der Kunst, weil ja nun nicht mehr alle damit beschäftigt waren, Essen zu besorgen. Also unser Wohlstand hängt neben techn. Fortschritt im großen Maße mit dem Geld / Geldsystem zusammen. Und unser Wohlstand ist echt gigantisch, denn heute können sich bei uns Studenten mehr Luxus leisten als früher Könige (immer warme Stube und warmes Wasser, Lebensmittel + Produkte + Informationen aus allen Herren Länder, Autos, Fernreisen rund um den Globus in kürzester Zeit … natürlich haben Studenten nicht sooo viel MACHT wie früher die Könige. Macht ist nämlich auch ein Aspekt von Geld, den ich jedoch in diesem Impulsvortrag nicht weiterführen möchte. Deshalb vielleicht an dieser Stelle nur 2 Zitate:

ð Mich interessiert nicht, wer die Gesetze macht, solange ich das Geld kontrolliere. / Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, und es ist mir gleichgültig, wer die Gesetze macht!  (Amschel Meyer Rothschild (1744 - 1812), deutscher Bankier)
ð Es gibt keinen Krieg, meine Söhne werden kein Geld dafür geben! (Gutle Rothschild geb. Schnapper, 1753 - 1849, Ehefrau des Bankiers Mayer Amschel Rothschild)


Was diente als Geld? Natürlich gab es regionale Unterschiede und wie man sieht, war das Handling mit Geldmitteln im Wesentlichen immer einfacher und praktischer. Paar Bilder dazu sind auf meinem alten Blogbeitrag aus 2011 zu finden:

  •  Lebensmittel
  •  Salz
  •  Tierfälle
  •  Muscheln / Steine / …
  •  Werkzeuge
  •  Kupfergegenstände (Teller, Trinkgefäße, …)
  •  Münzen (Kupfer, Silber, Gold, …)
  •  (inhaber-)Scheine (z.B. Bestätigungen über das bei einem Goldschmied / Bankhaus hinterlegte Gold)
  •  Banknoten (Papiergeld)
  •  Elektronisches Geld (Girokonten, Banküberweisungen)
  •  Kryptowährungen [Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Cardano, Monero, Iota, NEM, Binance,  … auf coinmarketcap.com sind aktuell 2068 Kryptowährungen mit einem Gesamtwert von 101,2 Milliarden Euro gelistet (09.12.2018)]
  •  WHAT’S NEXT?

=> Edelmetalle haben sich aufgrund ihrer Eigenschaften bzgl. der 3 Geldfunktionen durchgesetzt und über Jahrtausende das Geldsystem bestimmt
ð frei vom Markt gewähltes Geld was seinen Wert behält. (1 Unze Gold kauft 1 Anzug + gute Herrenschuhe, wie im alten Rom eine Senatorentunika (und Sandale?))
ð nicht beliebig (vom Staat) vermehrbar und deshalb in Kriegszeiten von Staaten ersetzt durch ungedecktes Papiergeld. Somit waren die früheren Kriege zu Ende, wen dem König das Gold/Silber ausging bzw. wenn er die Münzen durch Zugabe von Billigmetallen streckte / inflationierte (römisches Reich)
ð Für die Zeit nach dem 2.Weltkrieg wurde (in Bretton Woods) für den Westen ein System von Währungen mit festen bzw. minimal schwankenden Wechselkursen zum USD geschaffen und der USD war (zumindest) für Zentralbanken für 35 USD pro Unze in Gold umtauschbar. Durch die Kosten des Vietnamkrieges wurde mehr Geld benötigt / gedruckt als Gold vorhanden war (=Bankrotterklärung der USA), s. d. Präsident Nixon im August 1971 die Bindung des USD zum Gold aufhob. Der damalige U.S. Finanzminister John Connally erklärte in 1971 vollmundig: Der Dollar ist unsere Währung aber euer Problem. Heute sichert der sogenannte Petrodollar (im wesentlichen ermöglicht durch eine Vereinbarung zwischen USA und dem Königshaus von Saudi Arabien?) die Vormachtstellung der USA, indem das Rohöl (und Rohstoffhandel) praktisch weltweit in USD abgewickelt werden muss. Alle die daran rütteln wollen (Saddam Hussein, Gaddafi, Ahmadinedschad, Putin, ...) werden zur Zielscheibe des westlichen Imperialismus und wenn Medienkampagnen, färbige Revolutionen, Wirtschaftssanktionen / Embargos oder Attentate nicht helfen, dann kommt die U.S. Army oder gleich die NATO und macht die Länder platt („If you can’t buy it, bomb it“).


Heutiges Geld (€uro, USD, ..) ist fiat money (Erlass / Anordnung / Glaube) und entsteht durch KREDIT.
Wenn wir eine Immobilienhypothek aufnehmen, dann bekommen wir nicht das Geld anderer Sparer, sondern das in dem Moment neu erschaffene (Giral-)Geld. Bei der Rückzahlung des Kredites wird das Geld wieder ausgebucht, also vernichtet. Im Umlauf bleiben dann die buchhalterisch erzeugten Zinsen, für die jedoch nie Geld geschaffen wurde, s.d. durch Zinseszins zwangsläufig bestimmte Schuldner bei Kreditrückzahlung scheitern müssenund somit bekommen Bankster reale Werte (Immobilien) von Leuten, denen sie ein aus der Luft erzeugtes virtuelles Geld geliehen haben. Analog wird neues Geld aus dem Nichts durch Kredit erzeugt, wenn ein Staat eine Staatsanleihe in Umlauf bringt.

  • Schwundgeld: verliert x% an Wert, wenn man es (bis Jahresende) nicht ausgibt
  • Regionalgeld: Chiemgauer (an Euro gebunden)
  • Vollgeld (~ wie heutiges Papiergeld, aber direkt vom Staat / Zentralbank ausgegeben ohne dass dafür Zinsen an die Zentralbanken / Gläubiger gezahlt werden müssten. Keine Giralgeldschöpfung durch Geschäftsbanken möglich)
  • usw.


ð Jede Papierwährung fällt irgendwann auf ihren intrinsischen (inneren) Wert NULL zurück. (Voltaire, 1694 - 1778, französischer Philosoph)

ð Es ist gut, dass die Bürger der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn wenn sie es würden, glaube ich, gäbe es eine Revolution vor morgen früh. (Henry Ford, 1863 – 1947, U.S. Industrieller)

PS: Entschuldigung für die uneinheitliche und somit anstrengende Textformatierung, aber beim Herauskopieren aus MS Word passieren eben unerklärbare Phänomene, s.d. ich nach über 30 Minuten harten Kampf aufgegeben habe und die Formatierung bleibt nun mal so :-)

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